Ein großes ding:


Die "Warsteiner" Dampfmaschine

Die Warsteiner DM hat ihren neuen Standort erreicht und ist bereit zur Endmontage.
Die Warsteiner DM hat ihren neuen Standort erreicht und ist bereit zur Endmontage.

Eine überraschende Neuigkeit 

 

 

Hätte man im Vorfeld der letzten Hauptversammlung des Museumsvereins nähere Details erfahren können, es wären mehr als nur vierzig Mitglieder am Abend des 29. September 2023 im Eberhard-König-Saal erschienen. Nach der üblichen Begrüßung, der Totenehrung, dem Verlesen des letzten Protokolls und des Rechenschaftsberichtes des Vorstandes, dem Bericht der Kassenprüfer – also den üblichen Regularien einer solchen Zusammenkunft -, öffnete sich mit dem Tagesordnungspunkt 8 „Übernahme einer Dampfmaschine“ für die Vereinstreuen ein einmaliges Überraschungspaket.  

 

Der erstaunten Mitgliederschar wurde vom Vorstand eröffnet, dass sich eine „glückliche Fügung“ ergeben habe: Zur bestehenden Ausstellung historischer Dampfmaschinen und Motoren, die in bescheidener Weise und ohne Übertreibung schon jetzt als einmalig und sehenswert in unserem Museum bezeichnet werden kann, habe sich die einmalige Möglichkeit ergeben, die Sammlung mit einem weiteren Zugang aufzuwerten. Ein kaum abschlagbares Angebot der Brauerei in Warstein sei eingegangen. Diese möchte dem DampfLandLeute-Museum in Eslohe ihre Dampfmaschine schenken, die sie eigentlich selbst als Teil eines neuen Brauereimuseums vorgesehen hatte. Nun aber zerschlug sich das Vorhaben, aus Gründen die uns nicht bekannt sind, sich aber jetzt zum Vorteil unseres Museums in Eslohe herausstellen wird. 

 

Eine große Sache

Restauriert und gut gelagert: So fand man die Dampfmaschine in Warstein vor.
Restauriert und gut gelagert: So fand man die Dampfmaschine in Warstein vor.

Nun wurden Fotos vorgeführt, die eine völlig überholte und restaurierte Maschine zeigen, sorgfältig gelagert und für ein neues Leben vorbereitet. Eslohes Bürgermeister Stephan Kersting, „geborenes“ Mitglied des Museumsvorstandes, ergriff das Wort und bekannte, dass sich bereits im Gremium ein klares "Ja" zur Übernahme dieses verlockenden Angebotes gezeigt habe. Die Mitglieder müssten nur noch mehrheitlich zustimmen. Es sei eine seltene Gelegenheit, die hier "beim Schopf gepackt" werden müsse, betonte er. Es handele sich zweifelsohne um eine weitere Attraktion, die viele Gäste in unser Museum locken wird. Vorstandsmitglied Klaus Gottfried hatte die Dampfmaschine in Warstein bereits in Augenschein genommen und schwärmte von der Dimension dieser Maschine und seinem hervorragenden Erhaltungszustand.  Sie würde eine passende Ergänzung der zurzeit noch im Aufbau befindlichen "Frankenberger"- Dampfmaschine sein, deren schlussendlicher Aufbau hier schon sehnsüchtig erwartet wird.  

 

Allen Vorteilen zum Trotz stellte sich die Frage zum Platzbedarf der „neuen“ Maschine. Mehr als 30 qm muss für sie in der Maschinenhalle freigestellt werden. Zum Leidwesen derjenigen, die hier bisher nur zu gerne Kulturveranstaltungen, wie Konzerte und Lesungen im besonderen Ambiente organisierten, wird sich zukünftig dieser Zweig des Museumsangebotes auf kleinere Veranstaltungen beschränken müssen. Eine Kröte, die leider geschluckt werden muss, setzt man den Schwerpunkt in Richtung einer zukünftig noch attraktiveren Ausstellung von Dampfmaschinen und Motoren. 

 

Eindeutige Zustimmung

 

Mehrfach wurde die bald zu erwartete Wertsteigerung des Museums beschworen. Deshalb werden auch die Kosten der Aufstellung, die in fünfstelliger Höhe zu erwarten sind, auch bedingt durch Beauftragung einer Fachfirma, als sinnvoll erachtet. Die Vorbereitung, der Abbau und Transport soll jedoch durch das museumseigene Werkstatt-Team erfolgen. Nachdem alle Argumente ausgetauscht waren, kam es zur Überraschung einiger Teilnehmer, zu einer einstimmigen Willensbekundung:  "Die Warsteiner- Dampfmaschine soll nach Eslohe kommen!

 


Ursprung und Historie 

 

Ich will mehr wissen von diesem Dinosaurier aus der frühen Industriegeschichte. Alte Fotos und Zeitungsausschnitte, die man mir zur Verfügung stellte und das Internet, in dem ich fündig wurde, helfen mir dabei, den Weg, den die Maschine durch die Zeit genommen hat, zu begreifen. 

 

Üblicherweise erzählen historische, oft kunstvoll gestaltete Typenschilder die Geschichte der Maschine, an der sie angebracht wurden. Sie sind faszinierende Zeitzeugen vergangener Technologien, wie diese Dampfmaschinen, die im 19ten und frühen 20ten Jahrhundert in Fabriken, Bergwerken und anderen industriellen Bereichen eingesetzt waren. Auch die „Warsteiner“ besitzt ein Typenschild. Es ist wie ein Fenster in die Vergangenheit dieser Technik und deren Industrie. „MASCHINENBAU-ACTIEN GESELLSCHAFT NÜRNBERG No 1278, vorm.: Klett & Comp. 1898“, so lautet die Aufschrift und gibt einen konkreten Hinweis auf die Herstellerfirma und deren Historie:

Qualität aus Bayern

 

Zu den größten Fahrzeug- und Maschinenbauunternehmen in Europa zählt heute die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG (MAN). Zwei Wurzeln hat dieser Konzern. Ein Zweig davon liegt unmittelbar in den süddeutschen Städten Augsburg und Nürnberg und entstand in den Anfängen der Industrialisierung in Bayern. Im Jahre 1837 eröffnete der Kaufmann Johann Friedrich Klett (1778-1847) in Nürnberg eine Maschinenwerkstätte, die ab 1841 unter dem Namen „Eisengießerei und Maschinenfabrik Klett & Company“ firmierte. In ihren Anfängen stellte diese Firma vor allem Dampfmaschinen her. Später kam der Waggonbau für die Eisenbahn hinzu, wodurch das Unternehmen einen erheblichen Aufschwung nahm. Im Jahre 1873 wurde die Maschinenfabrik in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und nannte sich danach: „Maschinenbau-Actiengesellschaft-Nürnberg“. Diese Firmenhistorie findet sich im Typenschild der Warsteiner- Dampfmaschine wieder. Die registrierte Maschinennummer des Herstellers lautet „1278“; das Baujahr der Maschine ist gut lesbar mit dem Jahr 1898 genannt. 

 

Ein Auftrag aus dem Bergischen Land

 

Man kann davon ausgehen, dass die „Warsteiner“ am Firmenstandort Nürnberg gefertigt wurde. Dort wird 1898 auch der Auftrag eingegangen und die Lieferung vorbereitet worden sein. Der Auftraggeber kam aus dem Bergischen Land und war die Bierbrauerei C.W. Kipper mit Sitz in Remscheid. Die schweren und teilweise sperrigen Maschinenteile der Dampfmaschine wurden damals ausnahmslos auf der Schiene transportiert. Von Nürnberg besteht Gleisverbindung über Frankfurt/ Main zum nordrhein-westfälischen Remscheid. 

 

Die Brauerei wurde 1837 von Carl Wilhelm Kipper (1808 – 1880) gegründet. Er war gelernter Hammerschmied, entdeckte aber seine Liebe zur Braukunst, absolvierte eine Brauerlehre und ging nach bestandener Gesellenprüfung auf Wanderschaft. In Remscheid fand er den idealen Standort, um sich dort – vorerst pachtweise - als Brauer niederzulassen und selbstständig zu machen. Im felsigen Gelände ließ sich ein Kühllagerkeller anlegen um das frisch vergorene Bier in großen Fässern zu lagern. Weiches und kalkarmes Quellwasser war eine gute Grundlage, leckeres Bier zu brauen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelte sich der Umsatz, bedingt durch eine wachsende Einwohnerzahl in der wirtschaftlich aufstrebenden Region. 1845 kaufte C.W. Kipper ein Grundstück und errichtete eine eigene, größere Brauerei mit Wohnhaus. Die Ansprüche an die Qualität seines Bieres stiegen, sodass weitere Investitionen getätigt wurden. 1869 wurde die erste Dampfmaschine angeschafft, die in die neue Mälzerei eingebaut wurde und die mechanischen Malzwender antrieb. 

 

Störungsfrei musste sie laufen

 

In den achtziger Jahren zeichnete sich eine weitere Ausweitung der Produktion ab. Der Firmengründer war gestorben und die Geschäftsführung auf seinen gleichnamigen Sohn übergegangen. Dieser entschloss sich 1889 zum Neubau eines Brauereigebäudes, in dem der Herstellungsprozess erheblich modernisiert wurde. Dazu gehörte die Installierung elektrischer Anlagen und die Aufstellung einer neuen Dampfmaschine, die bei der Maschinenbau AG in Nürnberg in Auftrag gegeben wurde. Sie ist „unsere Warsteiner“ und wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Betreiben einer Eismaschine benötigt. Mit der künstlich erzeugten Kühlung des Bieres wurde die Brauerei unabhängig von jeder Jahreszeit. Ein störungsfreier und sicherer Betrieb dieser leistungsfähigen Maschine war im besten Sinne existenzsichernd für das Unternehmen. 

Um 1894 wurde noch zusätzlich eine kleinere Dampfmaschine mit 50 (70) PS bei der Maschinenbau AG in Nürnberg bestellt und in der Brauerei aufgestellt. 

 

Die Firmengeschichte der Kipper-Brauerei erzählt von einer ständigen Anpassung des Braubetriebes, den Schwierigkeiten bei den Rohstoffen zur Zeit des ersten und den tragischen Ereignissen während des zweiten Weltkrieges. Bei einem Bombenangriff auf Remscheid im Juli 1943 wurde auch die Brauerei getroffen und nach dem Wiederaufbau stellten sich neue Herausforderungen. Bis Ende der fünfziger Jahre wurde die „Warsteiner“, da sie nicht durch Kriegseinwirkung beschädigt, noch im Brauereibetrieb genutzt. Dann stand sie still und gehörte zum „alten Eisen“. 1987 wurde in der Kipperstraße in Remscheid noch das 150te Firmenjubiläum begangen, doch 1993 wurde der Brauereibetrieb endgültig eingestellt. 

 

Die Stilllegung wird abgewickelt

Dieser Auszug aus einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 1993 zeigt die Demontage der „Warsteiner“ Dampfmaschine in Remscheid.
Dieser Auszug aus einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 1993 zeigt die Demontage der „Warsteiner“ Dampfmaschine in Remscheid.

Es war Zufall, dass es 1993 zu einem Treffen zwischen Kipper-Chef Gert Busch und seinem ehemaligen Konkurrenten Albert Cramer, Chef der westfälischen Privatbrauerei in Warstein kam. Dieser zeigte sich begeistert für das museumsreife Inventar, nachdem sich in Remscheid keiner für die historischen Stücke ihrer städtischen Industriegeschichte interessierte.

 

Albert Cramer erwarb die Dampfmaschine und gut achtzig Jahre alte kupferne Sudpfannen mit der Absicht, die „alten Schätzchen“ als Demonstrationsobjekte alter Braukunst in Warstein auszustellen. In Remscheid wurden Schwungrad und Gehäuse der Dampfmaschine von einem Arbeitstrupp zerlegt, durch ein geöffnetes Dach gehievt und ins Sauerland verbracht. Dort wurde sie fachlich restauriert und gelagert.

 

In Remscheid zerfiel über die Jahre das ehemalige Brauereigebäude bis es im Jahre 2006 gesprengt wurde. Die „Warsteiner“ wird damit zum letzten Erinnerungsstück dieser bewegenden Brauereigeschichte. 

 


Informationen für die Fachleute:

 

Nachfolgende Daten beschreiben die „Warsteiner“ Dampfmaschine

(Copyright: Albert Gieseler, Mannheim 2009: www.albert-gieseler.de)

 

Sie kennzeichnet sich durch folgende allgemeine Daten

 

Hersteller:

Maschinenbau-Aktiengesellschaft Nürnberg

Herstellungsort:

Nürnberg

Baujahr:

1898

Fabrik-Nummer:

1278

Beschreibung:

Liegende Einzylindermaschine mit freitragendem Bajonettrahmen, Ausklink-Ventilsteuerung und stehendem Gewichtsregler. Das Schwungrad hat acht runde Speichen und Innenzahnung am Kranz. Tropföler-Schmierung an den Kurbelwellenlager und Kurbellager (hier mit Ölkurbel). Senkrechte Spritzschutzverkleidung an der Kurbel und hohes Geländer, Hersteller-Aufguss auf der Innenseite des Bajonettbalkens.

Anmerkungen:

Bestellt am 27.09.1898 mit der Werk-Nr. 4870. Einsatz der DM zum direkten Antrieb einer Kältemaschine.

Quellen:

[Maschinenbau-AG Nürnberg: Lieferbuch Dampfmasch.] 

[Gesamtverzeichnis Augsburg/Nürnberg]

 

 

Die technischen Daten:

 

Normalleistung [PS]:

100

Maximalleistung [PS]:

140

Steuerungsbauart:

Auskling-Ventilsteuerung

Regelungsbauart:

Kugelregler mit Muffengewicht

Zylinderzahl:

1

Expansionsstufen:      

1

HD-Zylinderdurchmesser [mm]:

500

Kolbenhub [mm]:

1000

Abtrieb:

Riemen über Schwungrad

Drehzahl [U/min]:

100

 

 


Es wird noch ein Weilchen dauern

 

Von Anfang Dezember 2023 bis Ende Februar 2024 wurde unser Museum für den Publikumsverkehr geschlossen. Nun hat das DampfLandLeute Museum in Eslohe wieder seine Tore geöffnet. Vermutlich werden sich einige Neugierige einfinden, die den Stand der Aufbauarbeiten an beiden Dampfmaschinen, die "Warsteiner" und die "Frankenberger", erkunden wollen.

Allen Ungeduldigen muss gesagt sein: Es wird noch Zeit brauchen, bis die Arbeiten so weit fortgeschritten sind, dass man fertige und funktionstüchtige Maschinen hier vorfindet. Schließlich wird hier kein IKEA Möbelstück mit Bauanleitung auf die Füße gestellt! Es werden noch "Monate ins Land gehen", bis alles so installiert ist, dass ein sicherer Betrieb der "neuen" Maschinen möglich und gewährleistet ist. 

Gut Ding will Weile haben“, ist eine alte deutsche Redewendung; eine Volksweisheit, die wir auch jetzt beherzigen sollten. 

 

 

Wir verfolgen den Aufbau der Warsteiner Dampfmaschine im Museum

 

Bis dahin verfolge ich auf dieser Seite meiner Homepage die Arbeiten in der Maschinenhalle, die Vorbereitungen, den Aufbau bis zur erstmaligen Inbetriebnahme. Es lohnt sich deshalb, immer mal wieder hier hineinzuschauen um das Wachsen und Werden zu verfolgen! 

 

Wie geht es voran?  

(Die Chronologie der Ereignisse)

 

Anfang Dezember 2023:

Die Kollegen vom Werkstatt-Team fahren mehrmals nach Warstein und vermessen dort alle Einzelteile der Dampfmaschine. Ein Fundamentplan muss erstellt werden, denn auf der vorgesehenen Stellfläche in der Maschinenhalle muss der Betonboden geschnitten und vorbereitet werden. 

 

In der Ausstellung werden die vorhandenen, unbeweglichen Dampfmaschinen und Motoren mit Folie abgehängt. Sie sollen von Staub und Schmutz geschützt sein. Transportable Ausstellungsstücke sind vorerst ausgelagert. Das Ganze hat einen guten Grund, was sich bald herausstellen wird.  

Ohrenbetäubender Lärm und feiner Staubnebel macht sich beim Betonschneiden in der Maschinenhalle breit. Dann kommt ein Kleinbagger zum Einsatz, der vorsichtig die sich lösenden Betonplatten heraushebt und den freiwerdenden Untergrund herauslöffelt.

 

Es wird ein Schacht geschaffen, in dem später das riesige Schwungrad der Dampfmaschine laufen wird. Fünf Meter im Durchmesser soll es sein. Also wird fast zwei Meter in die Tiefe gegraben. Überraschungen sind vorprogrammiert: Grundwasser sprudelt ins neu geschaffene Erdloch und muss fortlaufend abgepumpt werden. 

 


Anfang Januar 2024

 

Zwischenzeitlich wird der Laufschacht mit wasserdichtem Beton ausgekleidet. Die Schalarbeiten erweisen sich als nicht einfach. Nachdem der Beton gehärtet hat, ist der Sumpf trockengelegt, - wenigstens darin!  Zwei weitere notwendige Öffnungen des Hallenbodens sind noch unbefestigt. Hier zeigt sich am Boden weiterhin braunes Wasser, was aus dem Untergrund ständig nachläuft und mit einer Saugpumpe entfernt werden muss. 

 


Anfang Februar 2024

 

 

In der Zwischenzeit hat sich das Werkstatt-Team erneut auf den Weg nach Warstein gemacht. Dort ist die Dampfmaschine demontiert und zerlegt. Die Teile liegen in einer Halle und warten nach und nach auf einen sicheren Transport nach Eslohe. 

 

Immer mal wieder schau ich hinein ins Museum und heute, Anfang Februar, stelle ich fest, dass ein schweres Maschinenteil bereits in Eslohe angekommen ist. Das lagert auf einem Tandem-Anhänger, gesichert mit Spannbändern, und steht jetzt in der Maschinenhalle. Nun kann auch ich mich persönlich von der Qualität dieses alten Schätzchens überzeugen.

Mir wird klar: Eine faszinierende Technik wird sich in der nächsten Zeit hier ausbreiten. Ich mache Fotos und bin gespannt auf den weiteren Verlauf dieser einmaligen Aktion in unserem Museum.  



Anfang März 2024

Der Kolben wird in den Zylinder eingeführt, nachdem dieser ordentlich eingefettet wurde.
Der Kolben wird in den Zylinder eingeführt, nachdem dieser ordentlich eingefettet wurde.

Auch in den letzten Wochen hat sich etwas getan: 

 

Eine beauftragte Firma hat in der Maschinenhalle Druckleitungen mit einer äußeren Isolierung verlegt. Diese werden einen separaten Anschluss an den Heizkessel bekommen. Der vorhandene Heizkessel wird nicht ausreichend Dampf erzeugen, um wie bisher alle Maschinen gleichzeitig in Betrieb zu halten. Die „Warsteiner“ und die „Frankenberger“ Dampfmaschine sind schon ein anderes Kaliber und benötigen mehr Dampf und Druck. Deshalb werden im Kesselraum Schieber vor die Druckleitungen eingebaut um mehrere "Schaltkreise" zu ermöglichen. Auch ist ein größerer Durchschnitt der Leitungen erforderlich. Die Anschlüsse können aber erst hergestellt werden, nachdem die Maschinen endgültig aufgestellt sind. Die Fachfirma wird dann nochmals anrücken müssen. Doch das kann dauern! 

 

Das Werkstatt-Team hat erste Vorarbeiten an der „Warsteiner“ vorgenommen. Der Deckel des Druckzylinders wurde entfernt und der ausgebaute und separat gelagerte Dampfkessel-Kolben mit Kolbenstange nun wieder in den Zylinder eingeführt und mit der Pleuelstange verbunden. Einige Ventile und Teile am Druckzylinder wurden demontiert, da diese bei der Umsetzung auf den zukünftigen Standort hinderlich sind, aber auch beschädigt werden könnten. „Steter Tropfen höhlt den Stein“, so heißt ein altes Sprichwort.   


Anfang April 2024

Nun kann ich erzählen:

Es hat sich einiges bewegt in den vergangenen Wochen!

 

Dort wo das Kopfteil des Dampfzylinders einmal stehen wird, wurde bereits im November ein Sumpf ausgehoben. Hier wurde nun ein Metallkasten eingelassen und mit Beton umgossen. Nach Aushärtung konnten anschließend die Seitenwände mit Blechen ausgekleidet und ein Rahmen als sauberer Abschluss zum Hallenboden montiert werden.

In diesem Sumpf ragen später technische Armaturen am unteren Teil des Druckzylinders hinein. Zusätzlich stellt er sicher, dass kein Öl in den Untergrund und damit nicht ins Grundwasser gelangen kann.

 

Die Vorarbeiten für den Aufbau der Warsteiner Dampfmaschine waren damit abgeschlossen. 

 

Schweres Gerät und die gesamte Mannschaft des Werkstatt-Teams kamen am Samstag, 23. März, dank eines ausgeklügelten Plans zum erfolgreichen Einsatz. Dieser wurde von Klaus Gottfried in einer schlaflosen Nacht geschmiedet. Auf dem Museumshof gelagerte Schmalspurschienen wurden in der Maschinenhalle verlegt. Auf zwei Loren sollte darauf die Dampfmaschine an ihren zukünftigen Standort geschoben werden, was dann auch planmäßig gelang: Mit einem Schwerlaststapler wurde die "Warsteiner" mit großer Vorsicht vom Anhänger gehoben, dort wo sie die letzten 30 Jahre verbracht hatte. 

 

Nun wurde sie auf die Loren gesetzt und mit ordentlich „Manpower“ an ihren vorbestimmten Platz geschoben. Wieder kam der Stapler zum Einsatz, der die Maschine anhob, während das Team Loren und Schienen beseitigten. Nun konnte sich die gute Planung erweisen, indem die Warsteiner „auf den Millimeter genau“ an den zukünftigen Standort herabgelassen werden konnte. Erleichterung bei den Akteuren nachdem dies gelang und ein breites Grinsen bei Klaus Gottfried: Seine Messungen und Planzeichnungen waren ohne Tadel! 


Dennoch war die Zeit noch nicht gekommen, um mit einem kühlen Pils Erfolg zu feiern. Ein Teil des in zwei Teile zerlegte schwere Schwungrad sollte noch in den dafür vorgesehenen Schacht hinabgelassen werden. Dabei kam der Stapler wiederholt zum Einsatz.

 

Die Radhälfte musste vorerst noch gewendet werden: Der daran vorhandene Zahnkranz sollte schon an der richtigen Seite liegen. Mit Vorsicht gelang auch dieses Vorhaben. Mit Holzkeilen konnte abschließend die Schwungradhälfte gesichert werden.

 

Das Aufsetzen des zweiten Teils kann jedoch erst nach einer weiteren Aktion erfolgen. Warum das so ist?

Davon werde ich später berichten können.  

 

 

Noch wartet das große Schwungrad und weitere Apparaturen auf den Abtransport von Warstein nach Eslohe. Ein erster Versuch, das in zwei Hälften zerlegte Schwungrad auf einen Transporter zu heben, musste scheitern. Der dafür vorgesehene Stapler erwies sich zu schwach.

 

Eine größere Maschine stand beim zweiten Versuch zur Verfügung, sodass die letzten Teile der „Warsteiner“ sicher ihren Zielort erreichten.